„Jetzt oder nie: Frauen. Macht. Demokratie.“ – mit diesem Anspruch ging der 13. Bundesfrauenkongress des dbb in Berlin weit über klassische Gleichstellungsrhetorik hinaus. Mit insgesamt sieben Delegierten waren wir vom VBE Baden-Württemberg vor Ort und konnten viele wertvolle Impulse für unsere Bildungs- und gewerkschaftliche Arbeit mitnehmen.
Ein zentrales Thema war Parität als Frage von Macht, Gerechtigkeit und demokratischer Qualität, eine funktionierende Demokratie muss die Lebensrealitäten widerspiegeln und das heißt: Frauen müssen in Entscheidungsräumen gleichberechtigt vertreten sein. Parität ist dabei nicht ein „nice to have“, sondern ein Beitrag zur demokratischen Legitimation und gesellschaftlichen Stabilität.
Die dbb-frauen haben ihre Geschäftsführung für die kommenden fünf Jahre neu gewählt. Milanie Kreutz wurde als Vorsitzende bestätigt, Tanja Küsgens (VBE) ist neue stellvertretende Vorsitzende, und mit Valentina van Dornick, Sandra Schäfer und Martina Scherer wurden neue Beisitzerinnen in die Geschäftsführung gewählt.
Politische Impulse kamen von Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend, die betonte, dass Gleichstellung ein verfassungsrechtlicher Auftrag ist, und von Stefanie Hubig, Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, die die Bedeutung von gleichberechtigter Teilhabe unterstrich. Auch Volker Geyer, dbb-Bundesvorsitzender, mahnte: Gleichstellung ist kein Randthema, sondern ein Grundpfeiler der freiheitlich-demokratischen Grundordnung.
Für mich persönlich war der Kongress nicht nur inhaltlich stark: Der Austausch mit Kolleginnen aus ganz Deutschland hat gezeigt, wie unterschiedlich Gleichstellungsfragen vor Ort erlebt werden und wie viele konkrete Ansatzpunkte es gibt, um Veränderungen anzustoßen.
Mein Fazit: Wir stehen vor ernsten Herausforderungen, aber wir haben auf dem Kongress klar gemacht, dass Parität und Gleichstellung politische Priorität haben müssen – in Gewerkschaften, Politik und Gesellschaft. Jetzt gilt es, diese Impulse im Alltag umzusetzen und sichtbar zu machen.