Pünktlich zum Beginn der Osterferien fand vom 11.04. bis 12.04.2025 das Junglehrerkräftevertreterwochenende in Pforzheim statt.
Neben der Überarbeitung einiger Publikationen des Jungen VBE stand die Frage des Erkennens und Nutzen eigener Charakterstärken im privaten Kontext und in der Schule im Raum. Hierfür konnten wir Dr. Julian Martin Greve von der Universität Trier für einen äußerst inspirierenden Workshop engagieren. Charakterstärken sind kulturübergreifende positive Eigenschaften, die Menschen in ihrem Denken, Fühlen und Handeln leiten. Sie basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Positiven Psychologie und tragen dazu bei, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit zu steigern. Im Vorfeld hatten die Teilnehmenden bereits einen umfassenden Fragebogen zu ihren Charakterstärken ausgefüllt, der während des Workshops praxisbezogen eingesetzt wurden. Dadurch reflektierten die Teilnehmenden ihre Charakterstärken. Dabei ging es schnell um das Nutzen im schulischen Kontext, also um die Frage, wie das Modell den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften zu Gute kommen kann. So können Gespräche und die Analyse von Charakterstärken genutzt werden, um das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler zu stärken, das soziale Miteinander zu fördern und eine positive Lernatmosphäre zu schaffen. Auch Lehrpersonen profitieren von einem bewussten Umgang mit eigenen Charakterstärken, indem sie ihre eigenen Ressourcen gezielt einsetzen und so ihre Arbeitszufriedenheit und Leistungsfähigkeit fördern. Im Unterricht stehen dabei das positive Begleiten der Schülerinnen und Schüler anhand ihrer Charakterstärken im Zentrum und damit das Bestreben, bei seinen Schülerinnen und Schülern individuelle Charakterstärken zu identifizieren und diese rückzumelden. Dabei kann es helfen, sich, für das Sprechen über Charakterstärken bzw. für eine grundlegend gelingende Kommunikation, in der eigenen Vorstellung auf ein Segelschiff zu begeben! In dieser gedanklichen Reise stellen positiv bestärkende Rückmeldungen den zur Fahrt benötigten Wind dar. Damit das Schiff jedoch auf Kurs bleibt, wird auch (konstruktiv) kritische Rückmeldung benötigt, die das Ruder des Segelschiffs verbildlichen. Um das Schiff zügig und gleichzeitig zielorientiert fortzubewegen, empfiehlt die Wissenschaft hierfür das Verhältnis von fünf zu eins. Dies bedeutet, dass im Idealfall auf fünf positive Äußerungen eine (konstruktiv) kritische Rückmeldung kommen sollte. Sei es im Rahmen der Charakterstärken oder generell. Diese Erkenntnis ist aus dem schulischen Kontext herauszulösen und kann verallgemeinert auf alle Kommunikationsräume – beruflich wie privat – übertragen werden. Nicht mit dem Segelschiff, sondern meist motorisiert, traten die Junglehrkräfte inspiriert am späten Samstagnachmittag die Heimreise an. Der/die ein oder andere mag jedoch das Segelschiff gedanklich in die nun kommenden Osterfeiertage zu Freunden und Familie mitgenommen haben, sei es als Beobachter anderer oder sich selbst.
Lust bekommen auf die eigene Entdeckung der Charakterstärken zu segeln:
Text: Michael Herrmann
