Der Schreibtisch ist voll, die nächste Unterrichtsstunde muss vorbereitet werden, Korrekturen warten – und auch nach Schulschluss geht der Alltag weiter. Familie, Haushalt und persönliche Verpflichtungen wollen ebenfalls unter einen Hut gebracht werden. Wie kann das gelingen?
Mit dieser Frage beschäftigte sich die Fortbildung „Work-Life-Flow – Selbstorganisation: Wie bringe ich alles unter einen Hut?“, zu der der VBE-Kreisverband Karlsruhe am 1. Oktober 2026 in die JPH-RS Waghäusel eingeladen hatte.
Dr. Barbara Unterreiner, fachliche Beraterin der Beauftragten für Chancengleichheit am Regierungspräsidium Karlsruhe, gab den Teilnehmenden praktische Impulse für mehr Struktur und Gelassenheit im Alltag.
Den Einstieg bildete eine Ist-Zustandsanalyse. Mithilfe der Übung „Rollenhüte“ wurde deutlich, wie viele verschiedene Rollen wir im Alltag übernehmen – etwa als Lehrerin, Mutter, Ehefrau, Tutorin oder Schwiegertochter. Jede Rolle bringt eigene Aufgaben und Erwartungen mit sich. Schnell entsteht das Gefühl, überall gleichzeitig gebraucht zu werden.
Die Botschaft der Referentin lautete deshalb: Ein Hut nach dem anderen! Wer klare Grenzen setzt und sich bewusst auf die jeweilige Aufgabe konzentriert, kann dem Anspruch entgegenwirken, überall gleichzeitig hundert Prozent leisten zu müssen.
Auch rechtliche Aspekte kamen zur Sprache. Anhand des § 29 des Chancengleichheitsgesetzes wurden Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf im schulischen Alltag vorgestellt.
Good-Practice-Beispiele zeigten darüber hinaus konkrete Möglichkeiten, die eigene Selbstorganisation zu verbessern.
Das Pareto-Prinzip regte dazu an, den eigenen Perfektionsanspruch zu hinterfragen: Muss wirklich alles bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sein? Oder darf manchmal auch gelten: Gut genug ist das neue perfekt!
Besonders anschaulich war das Konzept der „magischen Küchenspüle“. Dahinter steckt ein einfacher Grundgedanke: kleine Schritte statt großer Perfektionsansprüche. Denn ein bisschen aufgeräumt ist auch aufgeräumt! Routinen können helfen, Aufgaben leichter zu bewältigen und den Alltag zu entlasten.
Die Fortbildung machte deutlich: Nicht alles lässt sich perfekt planen. Umso wichtiger ist es, die eigenen Grenzen wahrzunehmen, Prioritäten zu setzen und passende Strategien für den persönlichen Alltag zu entwickeln.
Mit vielen praktischen Anregungen und neuen Denkanstößen gingen die Teilnehmenden nach Hause – vielleicht mit etwas weniger auf der To-do-Liste und einem klareren Blick darauf, welcher „Hut“ gerade wirklich dran ist.
