Die Pädagogische Hochschule (PH) Weingarten verzeichnet einen alarmierenden Rückgang der Studierendenzahlen im Lehramtsbereich. Mit einem Rückgang um 20 Prozent seit 2019 steht die Hochschule exemplarisch für einen Trend, der bundesweit zu beobachten ist und der ernsthafte Fragen zur Attraktivität des Lehrerberufs aufwirft.
„Während der Beruf der Lehrkraft lange Zeit von vielen als ein sicherer und attraktiver Karriereweg angesehen wurde, scheinen sich die Rahmenbedingungen verändert zu haben“, bewertet Gerhard Brand, Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg, die Lage.
Eine repräsentative Umfrage des VBE aus dem letzten Jahr hat ergeben, dass lediglich vier von zehn PH-Studierenden mit ihrem Studium zufrieden sind. Als Gründe wurden unter anderem eine fehlende Praxisnähe sowie Mängel bei der Organisation und der Struktur des Studiums genannt. Die Zufriedenheit variiert zudem teils erheblich zwischen den sechs PH-Standorten in Baden-Württemberg.
Walter Beyer, stellvertretender Landesvorsitzender des VBE Baden-Württemberg, macht auf weitere Faktoren aufmerksam, die zum Studierenden-Rückgang an den pädagogischen Hochschulen beitragen können: „Durch den demografischen Wandel bedingt, gibt es vermehrt weniger junge Menschen, die sich potenziell für eine Lehramtsausbildung entscheiden. Auch der steigende berufliche Stress und die Herausforderungen bei der Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, können sich negativ auf das Interesse am Lehrerberuf auswirken.“
Die PH Weingarten nimmt die Herausforderung ernst und hat laut eigenen Aussagen bereits verschiedene Maßnahmen ergriffen, um dem Rückgang entgegenzuwirken.
Der VBE Baden-Württemberg steht derzeit in engem Austausch mit der Landesrektorenkonferenz der Pädagogischen Hochschulen Baden-Württemberg (LRK PHn BW). Gemeinsam werden Konzepte und Maßnahmen entwickelt, um der sinkenden Anzahl der Studierenden an den Pädagogischen Hochschulen entgegenzuwirken und somit die Lehrkräfteversorgung an unseren Schulen zu stärken.
„Der VBE appelliert an die Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft, die Rahmenbedingungen für Lehrkräfte endlich zu überdenken und zu verbessern. Es ist an der Zeit, den Lehrkräfteberuf als wertvollen und sinnstiftenden Beruf stärker zu fördern und so auch für junge Menschen sichtbarer zu machen“, so Landesvorsitzender Brand.