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Frühkindliche Bildung, Schul- und Bildungspolitik

Letztes Kita-Jahr: VBE fordert Gesamtkonzept für die frühkindliche Bildung

Angesichts einer bereits hohen Betreuungsquote von 97,2 Prozent wird die Notwendigkeit eines verpflichtenden und beitragsfreien letzten Kita-Jahres in Baden-Württemberg zunehmend infrage gestellt. Für den VBE-Landesvorsitzenden Gerhard Brand greift diese Betrachtung zu kurz:

„Die hohe Betreuungsquote ist erfreulich, macht weitere Verbesserungen aber keineswegs überflüssig. Wir dürfen die Diskussion nicht allein an den rund 3.000 Kindern festmachen, die bislang keine Kita besuchen. Es geht ebenso um die finanzielle Entlastung der Familien und um bessere Bildungschancen für die mehr als 108.000 Kinder, die bereits in die Kita gehen. Ein verpflichtendes und beitragsfreies letztes Kita-Jahr wäre ein wichtiger Schritt in diese Richtung.“

Baden-Württemberg gehört zu den wenigen Bundesländern ohne landesweit beitragsfreies letztes Kita-Jahr. Angesichts der angespannten Haushaltslage spricht sich der VBE für eine schrittweise Einführung aus. So könnten Familien entlastet und die finanziellen Belastungen für das Land auf mehrere Jahre verteilt werden.

„Dabei muss der eigenständige Bildungsauftrag der Kindertageseinrichtungen jedoch unbedingt erhalten bleiben. Eine Verschulung des letzten Kita-Jahres darf es nicht geben. Vielmehr muss es darum gehen, Kinder in ihrer sprachlichen, sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung zu stärken und den Übergang in die Grundschule gut zu gestalten. Dafür müssen die Einrichtungen ausreichend Personal, Zeit und Ressourcen erhalten“, betont Walter Beyer, stellvertretender VBE-Landesvorsitzender.

Der VBE fordert deshalb, das verpflichtende letzte Kita-Jahr mit dem Landesprogramm SprachFit und den geplanten Maßnahmen des Bundes zur Qualitätsentwicklung in der frühkindlichen Bildung zu verzahnen. „Wir brauchen keine weiteren Programme, die unverbunden nebeneinanderstehen, sondern ein Gesamtkonzept, das die vorhandenen Maßnahmen und Ressourcen sinnvoll miteinander verknüpft“, so Beyer abschließend.

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Bild, 23. Sept. 2026, 10_33_47

Leiter Presse und Politik

Jens Linek

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