Laut Schulleitungsmonitor Deutschland sind viele Schulleitungen unter bestimmten Voraussetzungen bereit, stärker mit Daten zu arbeiten. Gleichzeitig attestiert sich jedoch die Hälfte der Befragten nur mittelmäßige, weitere 15 Prozent geringe Kompetenzen, die Schule auf Basis erhobener Daten zu verändern.
„Es muss jetzt damit begonnen werden, Schulleitungen und Lehrkräfte in den Prozess zu holen. Sie müssen noch besser verstehen, welche Daten wofür gut sind, und wie sie die Ergebnisse sinnvoll in Maßnahmen umsetzen können. Dafür müssen ihnen dann aber auch die notwendigen Ressourcen zur Verfügung stehen. Das Motto muss sein: Datengestützte Entwicklung nur bei rechtzeitiger Einbindung, Vorbereitung, Unterstützung und gleichzeitiger Entlastung von Schulleitung“, fordert Gerhard Brand, Landesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg, mit Blick auf die heute erschienene Studie der Wübben Stiftung Bildung.
VBE fordert Teilnahme an TALIS Studie
„Schulleitungen erleben ihre Arbeit als dauerhaft belastend. In unseren repräsentativen forsa-Schulleitungsbefragungen konnten wir zeigen, dass dies auf die Arbeitsverdichtung, hohe bürokratische Anforderungen und die sich aus dem Fachkräftemangel ergebenden Herausforderungen zurückgeführt werden kann. Der Schulleitungsmonitor der Wübben Stiftung zeigt die Konsequenz des hohen Arbeitspensum: Ein Fünftel der Schulleitungen zeigen Burnout-Symptome. Kein Wunder, dass 80 Prozent der Befragten angeben, unzufrieden mit der Unterstützung der Schulbehörde zu sein. Am Ende setzt die Politik darauf, dass die Schulleitungen trotz ihres hohen Unmuts dem Beruf gerne nachgehen und hohe Motivation aus der Arbeit mit Kindern und im unterstützenden Kollegium ziehen. Das reicht aber langfristig nicht“, warnt Brand.
Der VBE-Landesvorsitzende fordert: „Die Umfrage zeigt einmal mehr, dass die gesundheitliche Situation von Lehrkräften und Schulleitungen stärker beobachtet und geeignete Maßnahmen identifiziert und angewendet werden müssen, um zum Beispiel das Burnout-Risiko zu senken, aber auch die Arbeit der Schulaufsicht zu unterstützen. Die OECD-Studie TALIS ist dafür das richtige Instrument. Mit einer breit angelegten Kampagne, bei der wir u. a. die Bildungsministerkonferenz angeschrieben haben und mit vielen der Bildungsverantwortlichen schon im Gespräch waren, fordern wir die Teilnahme Deutschlands an der nächsten TALIS Studie 2030 ein.“